Gärtnern/Selbstversorgung mit Kleinkindern

Tja, darüber müsste ich wohl fast einen Roman schreiben. Wie das so ist, das Gärtnern mit Kindern. In der Theorie hört sich das sehr schön und romantisch und nach Bullerbü an. Ist es auch. Manchmal. Meistens aber eher nicht. Meistens ist es nämlich eher stressig oder schwierig mit den Kindern zu verbinden. Die haben nämlich ihren eigenen Kopf und finden säen, ernten oder pflanzen schon ganz spannend. So 10 Minuten. Danach wär Schaukeln oder malen hat wieder interessanter.

Ganz zu Anfang muss ich euch gestehen: Dieses Jahr hatten wir uns einfach zuviel vorgenommen. Und ohne die Hilfe unserer Schwiegereltern wär das alles nicht ansatzweise möglich gewesen. Dafür bin ich echt unglaublich Dankbar.

Dennoch haben wir zusammen mit den Kindern wirklich schöne Momente auf unsrem „Holzhüttenacker“ erlebt. Im Mai gesät und gepflanzt, da war das Herbstmädchen schon mit Feuereifer dabei. Für den Maikäfer war das nichts (also eher war das für die Pflanzen nichts die er fleißig wieder ausgezupft hat) der wurde entweder von Oma oder dem Liebsten bespaßt. Das tägliche Gießen bis Juli hingegen fand er wirklich prima. Wir haben ihn da machen lassen und oft haben sich beide Kinder eine rießen Matschpfütze gegossen und darin gesuhlt. Herrlich war das.

Alles war mit dem Traktor zu tun hat, ist natürlich auch sehr willkommen und beide sind begeistert mit am werkeln. Vor allem letzte Woche beim Kartoffeln ernten, was für ein Fest für die Kinder.

Ich habe gelernt es auch mal gut sein zu lassen. So sind uns einige Dinge ausgewachsen, wir haben wahnsinnig viele Bohnen geerntet aber auch wahnsinnig viele hängen gelassen. Sind halt jetzt Trockenbohnen bzw. Saatgut für nächstes Jahr.

Ernten finden beide zum Glück ziemlich gut. Vor allem wenn man das geerntete direkt naschen kann. Wie unsere Physalis oder eine frische Karotte aus der Erde. Auch Paprika kommt ziemlich gut an. Einen Fehler haben wir beim Pflanzen gemacht: die Chili-Pflanzen neben die Paprika. Für uns praktisch, aber gefährlich wegen den Kindern. Da mussten wir höllisch aufpassen. Vor ein paar Tagen habe ich die Chilis vom Acker entfernt, seitdem ist es ein bisschen stressfreier. Die Paprika sehen dann hinterher oft so angeknabbert und paniert aus. Werden aber gewaschen und kommen in den Pfanne.

Insgesamt musste ich mir schon oft die Minuten stehlen um was auf dem Acker zu arbeiten (denn mit Babyphon ging da leider nichts, da die Reichweite da zu gering war). Das war schon oft stressig und im nächsten Jahr sollte sich das ein wenig bessern. Entweder weil die Kinder schon größer sind oder weil wir einfach weniger machen. Auch die Ernte verarbeiten ist neben den Kindern gar nicht so leicht. Meistens geht das nur Abends und oft fehlt dann auch die Motivation. Aber dazu erzähle ich euch ein anderes mal mehr.

Also, nicht immer ist alles Sonnenschein. Auch wenn es auf den Fotos so scheint. Trotzdem ist es wunderwunderschön und genau das was ich machen möchte.

5 thoughts on “Gärtnern/Selbstversorgung mit Kleinkindern”

  1. Gesa
     ·  Antworten

    Liebe Sabrina!
    Auch wenn ich mir das schon gedacht habe, ist es beruhigend, es nochmal so ausdrücklich zu lesen 😉 Aber auch schön, dass es eben manchmal doch auch Bullerbü ist 🙂
    Liebe Grüße,
    Gesa

  2. Johanna
     ·  Antworten

    Liebe Sabrina, vielen Dank für deinen ehrlichen Einblick! Ja, so ist das wohl mit Kindern – Bullerbü findet in ganz kleinen Momenten statt. Aber ich hoffe, dass wenn man beharrlich daran glaubt und es selbst so lebt, die Momente mit den Jahren immer häufiger und immer länger werden…
    Liebe Grüße aus Augsburg,
    Johanna

  3. Christine
     ·  Antworten

    Hallo Sabrina, ich freu mich, dass Du so ehrlich schreibst denn ähnliche Erfahrungen machte ich vor über 30 Jahren auch und oftmals dachte ich damals es liegt an mir, heute weiß ich, es kann nicht immer Bullerbü sein, auch wenn es viele glauben….Ich wünsche Euch weiterhin viel Freude…Es lohnt sich auch für die Kinder..Es ist wunderbar😀
    Liebe Grüsse
    Christine (Niederbayern)

  4. Andrea
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    Hallo, eine Tipp zum babyphon. Unser Telefon kann als babyphon verwendet werden und ruft dann am Handy an.

  5. Britta Noack
     ·  Antworten

    Ja, so ist das. Aber es wird mit jedem Jahr einfacher. Hauptsache ist, dass es für die Kinder normal ist, dass Mama in den Beeten wühlt. Nach und nach fangen sie dann an, ihre eigenen Sachen zu machen, immer in Sicht- und Hörweite . Wenn sie mitmachen wollen, gerne.

    Unser Sohn ist jetzt vierzehn, aber er besteht immer noch darauf, die Kartoffeln zu legen und später zu ernten, wollte aber in diesem Jahr doch lieber ein eigenes Blumenbeet haben. Bei ihm ist die Gartenarbeit auf fruchtbaren Herzensboden gefallen. Vielleicht klappt das ja auch bei deinen Kindern. Daumendrück!

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