Wie nachhaltig leben wir. Jetzt. Mit zwei Kindern. Teil 1

Teil 1 –  Einkaufen / Müll / Konsum 

Puh, das ist eine echt schwierige Frage. Die ich mir gerade wieder täglich stelle. Denn ich habe das Gefühl da könnte/müsste/sollte noch mehr gehen. In einigen Punkten ist wirklich noch Potential nach oben und jetzt da wieder Kraft und Motivation da ist, pack ich es wieder vermehrt an. Woran ich gerade knabbere ist unser Plastikmüllproblem. Wir hatten echt schon Phasen in denen wir beinahe plastikfrei eingekauft haben. Nun ist es aber oft organisatorisch mit den Kindern, dem Garten, den Tieren und anderen Verpflichtungen nicht möglich oder sehr zeitaufwendig tatsächlich größtenteils plastikfrei einzukaufen. Das ärgert mich und ich würde es gerne ändern. Sehe aber (noch) keinen Ausweg. Da bin ich also noch auf der Suche nach einer Lösung. Vor allem Käse, Müslizeugs, Nudeln und Hafermilch machen einen großen Teil unseren Müllberges aus. Und Schokoladenpapier. Schande 😉 Wenn ich hier bei unserem Bäcker – der zum Teil Bioware führt – einkaufe, bin ich echt erstaunt dass die Dame hinter der Theke jedesmal verwundert ist, wenn ich sage bitte nicht einpacken, ich habe was dabei. Sie meint ich bin die Einzige die das macht. Das schockiert mich ungemein und ich würde so gerne augenöffnend unterwegs sein und etwas ändern.

Ein Glück haben wir was Gemüse und Obst betrifft tatsächlich NULL Verpackungsmüll. Entweder wir holen es direkt frisch aus dem Garten oder wir kaufen es lose im Biomarkt oder noch praktischer, wir bekommen die Sachen direkt vor die Haustüre geliefert. Biokiste sei Dank.

Worüber ich schon ganz oft geschrieben habe: hier in der Holzhütte gibt es (fast) keine Einwegprodukte. Ob es sich nun ob Feuchttücher, Staubtücher, Wattepads, Monatshygiene, Küchenrolle oder sonstiges (für uns absolut) unnötiges Zeug handelt. Das gab es entweder noch nie in meinem Haushalt oder wurde bereits vor Jahren daraus verbannt.

Ich versuche vieles selbst zu machen. Sei es Gemüsepaste, Waschmittel oder Zahncreme. Aber auch da würde ich gerne noch viel mehr machen. Brot und Nudeln beispielsweise. Erst gestern habe ich wieder neuen Sauerteig angesetzt, nachdem ich den letzten leider irgendwie getötet habe. Aber es ist nunmal alles eine Zeitfrage. Und da gehen die Kinder, die Tiere und Garten vor und wir kaufen eben Brot und Nudeln ein. Ich denke die Zeit wird wieder kommen. Vielleicht wenn das Maikäferchen auch ins Kinderhaus geht. Bis dahin begnüge ich mich mit meinem Kompromiss. So wenig wie möglich zu konsumieren und wenn möglich soviel Müll wie nur möglich vermeiden.

Ich tausche noch immer sehr gerne und kaufe hauptsächlich gebraucht. Vor allem Klamotten und Spielzeug. Das klappt echt sehr gut und erfordert maximal etwas mehr aufwand um genau das zu finden was man möchte. Bald möchte ich euch von meinem kleinen Tauschtreffen berichten, dass ich im Frühjahr organisiert habe. Es ist so vieles möglich, wenn man seinen Ideen freien Lauf lässt.

Wer alte Geschichten zum Thema “wie nachhaltig leben wir” lesen möchte, darf gerne hier gucken.

Ansonsten interessiert mich, wo ihr noch Potential habt, was euch noch nicht gelingt oder worauf ihr stolz seid zu schaffen. Denn auch das ist Motivation pur. Zu sehen, dass es anderen ebenso ergeht.

10 thoughts on “Wie nachhaltig leben wir. Jetzt. Mit zwei Kindern. Teil 1”

  1. Ines
     ·  Antworten

    Ich finde euer Denken so wahnsinnig toll!!! Gibt es bei euch in der Nähe vielleicht die Möglichkeit in einem unverpack Laden einzukaufen?
    Das vermisse ich bei uns leider sehr (viel zu weit weg)…
    Oder du machst dich selbstständig mit einem unverpacktladen, das könnte ich mir so gut vorstellen, aber mit den zwei Kleinen wahrscheinlich nicht so einfach.
    Ich wünsche euch noch einen schönen November 🙂
    Achja, toll, dass du wieder schreibst!!!

    • sabrina
       ·  Antworten

      Ja es gibt einen, allerdings auch 40 km weit weg. Das lässt sich nicht wirklich mit dem Alltagsgeschehen hier verbinden. Und selbstständig machen ist auch keine Option. Ich habe da andere große Pläne 😉 die zwar in diese Richtung gehen, aber doch anders sind…

  2. Elisabeth
     ·  Antworten

    Hallo schön wieder bei dir zu lesen! Richtig schön ist es bei euch!!! Du bist nicht alleine. Ich bin bei unserem Bäcker ( und einer Verkäuferin bei Netto fällt es auf) wohl auch die Einzige, die Tüten mitbringt. Die finden es immer ganz toll! Ansonsten werde ich mit dem Alter “milder” Ich bin es manches Mal leid, auf alles zu schauen und der Rest wirft seinen McMüll vor unseren Garten. Aber, wir bekommen ein Enkelkind und das gibt wieder Auftrieb etwas weiter zu geben. Und sei es bloß, dass wir immer noch kein Fernsehgerät haben und das Brot meist selber backen. Liebe Grüße

  3. Eva
     ·  Antworten

    Bei uns hat es phasenweise auch super geklappt. Am schlimmsten sind hier aktuell süßigkeitenverpackungen. Was Nudeln etc. Betrifft, kann ich nur „meinmüsliladen“ empfehlen. Dort bestellen wir mittlerweile viel. Es gibt Bioprodukte und die Preise sind ok. Alles in Papier verpackt. Seitdem haben wir nur noch zwei Sorten und es reicht vollkommen. Vorher hatte ich immer ganz viele angebrochene Packungen 🙄

  4. Dani
     ·  Antworten

    Hallo, dass mit dem Plastikmüll ist auch bei uns ein großes Problem. Und es ärgert mich so. Ich habe jetzt zum ersten Mal hafermilch selbst gemacht und es hat gut geklappt. Doch leider ist es unter der Woche zeitlich schwierig. Da ich versuche mehr darauf zu achten Zucker zu vermeiden fallen zumindest die Sojajoghurts weg😉.
    Ich werde mir vielleicht zu Weihnachten eine Mühle schenken und wieder vermehrt Brot selber backen.
    Ich finde ihr macht das so wunderbar und ich freue mich so, wieder von euch zu lesen.
    Ich arbeite in einer Krippe und allein, wieviel Windeln da täglich im Müll landen, es bricht mir das Herz ☹️
    Ich freue mich auf weitere Berichte und wünsche euch ein tolles Wochenende.
    Liebe Grüße aus dem Ruhrgebiet, Dani
    Darf ich fragen, woher das schöne Kleid auf dem Foto ist?

    • sabrina
       ·  Antworten

      🙂 Das Kleid ist von Gudrun Sjöden. Und ich hätte es gern noch in ner anderen Farbe weil es so so so schön und perfekt ist. Mein Lieblingskleid!

  5. Dani
     ·  Antworten

    Danke für deine Antwort 😊 Ich habe es mir fast gedacht. Die haben wirklich wunderschöne und farbenstarke kleidung. Leider mit manchmal komischen Schnitten. Gibt es das noch zu kaufen?
    Liebe Grüße

  6. Romy
     ·  Antworten

    Wir kaufen Hafer in großen Gebinden und quetschen ihn selbst und machen somit auch Hafermilch selber. Vielleicht wäre das eine Idee für Müsli und Hafermilch.
    Ich backe immer ein super schnelles Brot mit leckeren Körnern, allerdings mit Hefe. Falls Interesse besteht, schicke ich gerne das Rezept rüber 😉

  7. Anne
     ·  Antworten

    Hallo Sabrina, so ein wichtiges Thema, wie ich finde! Ich bin auch am Überlegen, was man noch verbessern könnte. Wobei schon kleine Schritte helfen- aber selbst das fällt den meisten so schwer. Unser Besuch wundert sich beispielsweise immer noch, warum es bei uns keine Küchentücher oder Müllbeutel gibt… Nun ja, wo ich selber noch keine [passende] Lösung gefunden habe, ist das Einfrieren. Glas geht zwar, ist doch aber nicht so platzsparend… oder secondhand Kunststoffdosen… aber so richtig bin ich da nicht zufrieden.
    Liebe Grüße aus Südost! Anne

  8. Elisa
     ·  Antworten

    Hallo,
    gerade habe ich dich auf Instagram wiederentdeckt. Den alten Blog habe vor längerer Zeit regelmäßig gelesen und dann irgendwie aus den Augen verloren. Das Thema Selbstversorgung hat für uns Großstädter wohl kaum Relevanz, aber zum Thema Plastikvermeidung kann ich vielleicht einen kleinen Tipp beisteuern: Hülsenfrüchte, Nudeln, Mehl, Getreide, Müsli, Gewürze und Co. bestellen wir mittlerweile bei mein-müsliladen. Alles in Bioqualität, meistens (und auf Wunsch grundsätzlich) in Papierverpackung und im Großgebinde bis 5kg. Wenn man keinen Unverpacktladen in unmittelbarer Nähe hat, halte ich das für die bestmögliche Alternative.
    Liebe Grüße
    Elisa

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