Schneckenfrei durch Laufenten – unser Fazit nach über einem Jahr

In den vergangen Jahren mussten wir – wie viele andere Gärtner – mit massivem Schneckendruck klar kommen. Oder auch nicht. Denn, um ganz ehrlich zu sein, wir hatten so viele Schnecken das war definitiv zu viel zum absammeln. Auch wenn Anfangs der Gemüsegarten noch kleiner war (ca. 100qm) der restliche Garten hatte gut 1200 qm und ab August konnte man nicht mehr barfuß durchs Gras laufen, weil man Gefahr lief in eine Schnecke zu treten. Und ich rede hier nicht von den nützlichen Weinbergschnecken oder den tollen Tigerschnegeln. Sondern von der gemeinen Nacktschnecke. Die zwar in einem Naturgarten auch ihre Aufgabe hat (beispielsweise die Entsorgung von Aas oder Kot oder anderem „Unrat“) aber ich nahm es den Schnecken schon ziemlich übel dass sie mir einen Holunder bis in zwei Meter Höhe (!!) abgefressen hatten. Von Salaten oder anderem Gemüse will ich erst gar nicht anfangen. Und selbst wenn man die Schnecken absammelt, was damit machen? Eigentlich bleibt nur töten. Und das widerstrebt mir. Woanders hinfahren auch. So haben wir hin und her überlegt wie man diesem Problem Herr werden könnte. Und immer wieder stießen wir auf die Lösung: Laufenten.

Das will aber gut durchdacht sein, denn es sind ja nunmal lebendige Tiere die durchaus andere Bedürfnisse haben als nur Schnecken zu essen. Erstmal brauchen sie einen sicheren Stall, der mit Heu oder Streu eingestreut werden sollte. Und natürlich regelmäßig gemistet. Enten sind nämlich kleine Dreckschweine. Die verbreiten ordentlich Chaos und Dreck und Federn und Kot. Dann braucht man neben den Schnecken natürlich noch Futter – ich kann das relativ günstig vor Ort im Lagerhaus kaufen. Geschrotetes Getreide, mit Weizen und Mais etc. Dazu gibts hin und wieder Leckerbissen wie Kartoffeln, Nudeln oder Reis. Da stehen sie ziemlich drauf. Eine Bademöglichkeit darf auch auf keinen Fall fehlen. Bei uns tut es bisher noch eine Sandmuschel und verschiedene größere Becken die im Garten verteilt sind. Denn frisches Wasser um Schnecken oder anderes Fressen runterzuspülen muss immer und überall frei zugänglich sein. Natürlich wär ein kleiner Teich noch viel toller, mal sehen was in den nächsten Jahren hier noch geschieht, eingeplant hätte ich es. Letzten Winter gab es in Bayern eine monatelange Stallpflicht für Geflügel. Das war echt ganz schön bitter und ich bete dass es diesen Winter nicht wieder soweit kommen wird. Die Enten konnten zum Glück auf dem Grundstück der Schwiegereltern in einen alten Hühnerstall umziehen. Das war für die drei zwar etwas komfortabler als ihr kleiner Holzstall, aber trotzdem nicht artgerecht. Außerdem so viel mehr Arbeit für mich. Aber auch das sollte man bedenken wenn man sich Geflügel halten will. Stallpflicht kann leider jederzeit verordnet werden, sobald Gefahr durch Geflügelpest oder ähnliches droht.

Wir haben den oben erwähnten ehemaligen Gemüsegarten (dort wo jetzt auch unser Gewächshaus und die Hochbeete stehen) als kleinen Bereich für die Enten wenn wir nicht Zuhause sind. Ansonsten dürfen sie den ganzen Tag im ganzen Garten rumwuseln und machen das auch mit Begeisterung. Schnäbeln hier, schnäbeln dort. Legen sich unter den Holunder und machen Rast. Gucken zu den Hühner um zu sehen was da so los ist. Nachts müssen unsere drei (die übrigens „Tante Berg“ „Lotta“ und „BabyBalla“ heißen) in den Stall. Denn Fuchs und Marder schleichen hier nachts rum und im letzten Jahr musste unser erster Erpel „Hubert“ leider schon sein Leben lassen.

Denn… Sie sind anfangs ziemlich scheu und eigensinnig. Wir hatten so viele Abende in denen wir teilweise zu viert versucht haben die Enten in den Stall zu treiben oder zu locken. Meistens hat das dann irgendwann geklappt aber drei Mal nicht. Und die dritte und letzte Nacht hat dann der Marder zugeschlagen und unseren Hubert getötet. Ich fand ihn morgens halb zerfressen und war ziemlich schockiert. Die Damen wohl auch, denn seit dieser Nacht gehen sie tatsächlich anstandslos in den Stall. Das sollte man bedenken wenn man sich Enten anschafft, so ganz einfach ist die Anfangszeit nicht. Scheu sind sie nach über einem Jahr noch immer, aber sie laufen nun nicht mehr panisch davon und man kann sich schonmal auf einen Meter nähern. Aber streicheln oder gar aus der Hand füttern geht nicht.

Von März bis August gab es täglich zwei Eier von unseren Laufentendamen. Sehr praktisch war das. Die Eier haben wir für Teige oder Aufläufe verwendet. Sie schmecken etwas anders als Hühnereier, können aber genauso verwendet werden. Lediglich eine etwas längere Kochzeit sollte man einhalten.

Nun aber zurück zu den Schnecken: Wir haben keine mehr! Ja, tatsächlich. (leider auch keine Tigerschnegel mehr, aber das mussten wir in Kauf nehmen). Keine Schneckenschäden in diesem Jahr am Gemüse. Barfuß durch den Garten ist zwar jetzt noch immer schwierig wegen der Entenkacke, aber die verschwindet nach ein paar Tagen und ist Dünger für den Boden. Nun dürfen die Enten ihr Territorium erweitern und die Schnecken auf dem Grundstück der Schwiegereltern suchen. Und im nächsten Jahr dann draußen am Acker. Also das Futter wird ihnen erstmal nicht ausgehen.

Wir sind echt froh diesen Schritt gewagt zu haben, denn neben den ganzen Vorteilen die ich aufgezählt habe, sind die drei so lustig und haben einen echten Mehrwert vor allem für die Kinder.

4 thoughts on “Schneckenfrei durch Laufenten – unser Fazit nach über einem Jahr”

  1. Marlies
     ·  Antworten

    Hallo ihr lieben ,ich lese schon lange mit und du bist ein echtes Vorbild für uns ,überlege nächstes Jahr Hühner und laufenden anzuschaffen ,habe dazu 2 fragen . kann man sie zusammen halten ,und legen Enten immer Eier ?liebe grüße marlies

    • sabrina
       ·  Antworten

      klar kann man die auch zusammen halten. das ist kein Problem. Enten legen nicht durchgehend. Bei uns war es von März bis August ca.

  2. Marlies
     ·  Antworten

    Danke ,dann schau ich mal wie wir das machen ,2 Erpel vertragen sich wahrscheinlich nicht so gut denke ich .

    • sabrina
       ·  Antworten

      ich glaube erpelgruppen klappen auch gut, allerdings auch mind. 3 davon

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