Vom Samen bis zur Ernte: Karotten

Wenn wir es mit einer Gemüsesorte tatsächlich schaffen uns übers Jahr zu bringen dann sind es diese Saison die Karotten. Wir hatten 4 Reihen mit je 40 Meter gesät. Direkt in die Erde. Das war so viel, dass wir uns sogar das vereinzeln gespart haben und die Karotten dennoch supertoll geworden sind.

Im Januar 2017 haben wir die geeigneten Karottensorten bei Bingenheimer Saatgut ausgesucht und bestellt. Bei uns wurden es Rodelika und Rolanka. Uns war wichtig, dass die Karotten eine gute Lagerfähigkeit besitzen, da wir ja Einges einlagern wollten. Und auch mit schweren Böden sollte die Saat gut zurechtkommen. Hier ist es sehr lehmig. Wir haben den Boden gelockert und zu Dämmen aufgeschichtet. So konnten die Karotten eine eine aufgelockerte Erde wachsen. Und wie es scheint war das genau richtig.

Mit einem Rechenstil haben wir Rillen in die Erde gezogen und zusammen mit dem Herbstmädchen die winzigen Samen verteilt. Irgendwo habe ich gelesen, man kann die Karottensamen mit Dillsamen vermischen. Zum einen weil es sich dann leichter säen lasst, zum anderen als Auflaufhilfe. Diesen kann man dann ausreißen wenn die Karotten hoch genug sind. Oder auch stehen lassen. Die Schwalbenschwanzraupe beispielsweise ernährt sich von Dill oder auch Karottengrün.

Anfang März haben wir auf die gleiche Weise auch Frühkarotten gesät, allerdings war das nicht von Erfolg gekrönt. Da ging nicht eine einzige auf. Vielleicht war es doch noch zu kalt. Es ist also jedes Jahr wieder spannend was schlussendlich erfolgreich wächst und was nicht.

Ab Juli konnten wir regelmäßig schöne große Karotten ernten. Und im Oktober haben wir dann den ganzen Rest geerntet und eingelagert. Der “Rest” war noch ziemlich viel. Einige Schubkarren voll. Die schönen, guten und ganz heilen Karotten haben wir in Sand in Kisten eingelagert. Die stehen in unserem Erdkeller. Und jetzt können wir uns je nach Bedarf einfach welche holen. Sie sind knackig frisch und schmecken immer noch sehr süß.

Leider hatten wir auch einige Karotten die schadhaft waren. Die Möhrenfliege war da wohl am Werk. Bei der Gesamternte im Oktober waren sehr viel Karotten davon betroffen. Diese Karotten kann man natürlich nicht einlagern, allerdings noch essen. Man musste sie nur großzügiger schälen. Zum gleich essen waren es aber viel zu viele. Die Schwiegermama hat einige blanchiert und eingefroren, wir haben fermentiert und insgesamt haben wir aber auch etliche verschenkt.

Damit wir unser eigenes Saatgut verwenden können, habe ich letztes Frühjahr eine schöne Karotte die bei uns in einer Erdmiete überwintert hat, wieder in die Erde gesteckt. Sie hat ausgetrieben und wunderschöne Blüten ausgebildet. Diese waren nicht nur bei den Insekten beliebt, sie haben auch viele Samen abgeworfen.

 

6 thoughts on “Vom Samen bis zur Ernte: Karotten”

  1. Gesa
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    Wie schön sind denn bitte die beiden sich unarmenden Möhren? <3

  2. Helena
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    Mehr Karotten möchten wir heuer auch. Ich hatte letztes Jahr einen Ochsenherzkarottentyp und fand die so toll. Zum einen, weil wir hier auch einen sehr festen, lehmigen Boden haben aber eben auch, weil sie so süß waren und erstaunlich zart, trotz ihrer kurzen, dicken Größe. Saatgut werde ich, wenn alles klappt, im Sommer auch von ihnen ernten können.
    Auf Dämmen wollen wir heuer unsere ganzes Wurzelgemüse ziehen.

    Liebe Grüße
    Helena

    • sabrina
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      ja damit haben wir echt sehr gute Erfahrung gemacht. da wächst es sich Halt gleich viel leichter.

  3. Tina
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    Wow, so spannend zu lesen! Und danke für den Tipp, eine Karotte im Keller zu überwintern und erst dann im Frühling in’s Feld zu setzen für die Samengewinnung. Ich hab mich nämlich bereits gefragt, wie man das am besten macht. Wann habt ihr die Karotte wieder in’s Beet gesetzt, im April? Oder später? Und reichte eine Karotte für den gesamten Saatgutbedarf für euch aus? Lg Tina

  4. hummelchen84
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    Mmmmh, Karotten hätte ich auch gerne im Garten, leider reicht bei uns der Platz überhaupt nicht. Ich fürchte dein Blog bringt mich noch dazu mir irgendwo ein Stückchen Garten zu organisieren, aller Vernunft zum Trotz…. 😉

  5. Katrin (ohne Blog)
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    Das Blanchieren zum Einfrieren kann man sich sparen, es geht auch ohne sehr gut. Wir haben in diesem Jahr zum ersten Mal “Mixed Pickles” gemacht und Bohnen, Karotten, große Zwiebelstücke, Blumenkohl in Schraubgläser gefüllt und mit “Gurkenessig” im Einmachkessel auf 85 Grad erhitzt und für 30 Minuten in dieser Hitze köcheln lassen.
    Das essen wir gerne zum Abendessen.
    Geht auch mit Paprika, ….

    Wir mussten in diesem Jahr nach einem heftigen Unwetter mit Hagel und Orkan, der innerhalb 10 Minuten die komplette Ernte an Tomaten und Paprika zerstört hat alles haltbar machen, was noch zu retten war.
    Ich habe mir so beholfen. Das Gemüse aus dem Glas schmeckt sehr lecker und ich werde das im nächsten Jahr wieder machen.

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